Wolpertinger Buam  

Schädelweh
goes USA

Kalle Koma

 (mit Presseausweis aus einem Bierdeckel)

„Meine Herren! Ein offizieller Oktoberfest-Song für Tulsa! Wie konnte die Weltöffentlichkeit so lange unvorbereitet bleiben?“

Elsi

 

„Wir wollten erst die Vereinten Nationen informieren. Aber deren Warteschleife hatte keinen vernünftigen Groove.“

Hoty

 

„Außerdem war der Westerwald noch nicht fertig mit dem Gegenhören. In einem Haushalt lief der Song erst 38-mal. Da kannst du keine belastbare Aussage treffen.“

Kalle Koma

 

„Kevin, du kommst aus Tulsa und hast den Text geschrieben. Wie schreibt ein Amerikaner einen Song namens Schädelweh?“

Kevin Price

 (auffallend entspannt)

„Zuerst dachte ich, Schädelweh wäre ein kleines Dorf in Deutschland. Dann habe ich die Band kennengelernt. Jetzt weiß ich: Es ist ein Zustand, in dem diese Leute offenbar ihre besten Ideen haben.“

Kalle Koma

 

„Gab es sprachliche Schwierigkeiten?“

Kevin Price

 

„Ich fragte: "What does Rätätä mean?" Daraufhin sangen alle gleichzeitig, einer trommelte auf dem Tisch und jemand brachte mir ein Bier. Meine Frage wurde nie beantwortet. Aber ich hatte plötzlich einen Text.“

Tommy

 

„Das war ein ganz normaler Sprachkurs. Westerwälder Voll-Hochschule, Aufbaukurs zwei.“

Kalle Koma

 

„Elsi, welche musikalischen Anforderungen muss so ein internationaler Hit erfüllen?“

Ronny

 

„Er muss sofort ins Ohr, direkt in die Beine und spätestens beim zweiten Refrain auf die Bierbank. Wenn jemand dabei noch seine Steuererklärung machen kann, müssen wir nachbessern.“

Kalle Koma

 

„Wie habt ihr den Song getestet?“

Elli

 

„Wir haben ihn im Westerwald gespielt. Danach hat ein Mann seinen Rasentraktor als Festwagen angemeldet. Eine Nachbarin bestellte 40 Meter Wimpelkette. Und irgendwo wurde eine freiwillige Feuerwehr gegründet, obwohl schon eine da war.“

Kevin Price

 

„That sounds about right.“

Kalle Koma

 

„Was erwartet Tulsa jetzt?“

Elsi

 

„Wir rechnen damit, dass ‚Rätätä‘ nach der ersten Show in den allgemeinen amerikanischen Wortschatz aufgenommen wird. Direkt zwischen ‚Howdy‘ und ‚Hold my beer‘.“

Hoty

 

„Langfristig wünschen wir uns eine eigene Taste auf der amerikanischen Tastatur. Zwischen Enter und Escape. Da passt es inhaltlich gut hin.“

Kalle Koma

 

„Kevin, können die Amerikaner ‚Schädelweh‘ überhaupt aussprechen?“

Kevin Price

 

„Vor der Show wird das schwierig. Nach der Show können sie es singen. Am nächsten Morgen können sie es erklären.“

Kalle Koma

 

„Habt ihr Sorge, dass euch der Erfolg zu Kopf steigt?“

Elli

 

„Überhaupt nicht. Wir sind bodenständig geblieben. Der rote Teppich vor dem Proberaum ist beispielsweise abwaschbar.“

Tommy

 

„Und mein persönlicher Assistent ist weiterhin für alle da. Er weiß nur noch nicht, dass er mein persönlicher Assistent ist.“

Kalle Koma

 

„Steht als Nächstes der Grammy an?“

Ronny

 

„Wir haben vorsichtshalber Platz im Regal gemacht. Zwischen dem Pokal vom Schützenfest und einer Schraube, bei der seit 2008 keiner weiß, wo sie hingehört.“

Kevin Price

 

„Ich wollte eigentlich nur einen Songtext schreiben. Jetzt diskutieren wir über die Statik eines Pokalregals.“

Kalle Koma

 

„Ein letztes Wort an eure Fans?“

Elsi

 

„Danke, dass ihr uns auf diesem verrückten Weg begleitet! Und ein riesiges Dankeschön an Kevin und alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben.“

Hoty

 

„Tulsa, macht euch bereit. Wir kommen mit Instrumenten, Lederhosen und einem Refrain, der länger bleibt als unser Flugticket.“

Kevin Price

 

„Tulsa, get ready for some serious RÄTÄTÄ!“

Kalle Koma

 (versucht, seine Kühlbox als Handgepäck einzuchecken)

„Damit gebe ich zurück ins Funkhaus Westerwald. Die Lage ist ernst, die Band ist bereit und mein Rückflug wurde vorsorglich auf irgendwann gebucht.“

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